Snaredrumming (Sidedrumming)


Marius mit der Snare als Model :-). Danke Marius! Das schottische und militärische Drumming auf der Snaredrum (auch Sidedrum genannt) hat sich aus der Basler Trommelschule entwickelt und gilt als eine der anspruchsvollsten Disziplinen in der Perkussion. Der Schwierigkeitsgrad ist mit mit der deutschen Marschmusik keinesfalls zu vergleichen. Die Rhythmen sind hochkompliziert und werden teilweise gegen die Melodie gespielt.
Das Spiel auf der Snare verlangt durch die vielfältigen Schlag- und Wirbelkombinationen mit ständigem Wechsel der Führungshand, ein relativ hohes Maß an Übung und Geduld.


Unterricht
Musikalische Vorkenntnisse sind ein großer Vorteil. Mit ein wenig Musikalität und Rhythmusgefühl hat man gute Voraussetzungen.
Anfangs werden Grundlagen, wie die Stockhaltung und erste Übungen, vermittelt. Neben den Rudiments (Singles, Flams, Rolls...) wird parallel Notenlehre vermittelt. Mit einfachen Notenübungen wird das Notenlesen geübt.
Ich selbst unterrichte keine Snare, kann aber Unterricht vermitteln.

Allerdings hier der Rüffel eines Snaredrummers zu obigem Text:
"Es gibt KEIN Instrument, bei dem die Unterrichtszeit ausreicht, um es ernsthaft zu erlernen. Höchstens man hat vom Schöpfer allen Lebens ne sehr gute Portion Talent mit in die Wiege gelegt bekommen. Und selbst hier ist das erste viertel Jahr nach der anfänglichen Begeisterung eher zäh... sprech aus eigener Erfahrung... man muss auch außerhalb des Unterrichts üben, üben und nochmals üben. Im Unterricht werden eventuelle Fehler (u.a. bei Stockhaltung, Betonung, etc. ) so früh wie möglich korrigiert und neues Material zum Üben vermittelt, bzw. neue Themen besprochen und das Prinzipielle dieser gezeigt."


Der Einstieg
Der Einstieg in das Scottish Drumming ist recht einfach. Zunächst genügen ein Paar Pipe Band Drum Sticks und ein Practice Pad (Übungspad). Die Kosten hierfür halten sich in Grenzen. Da das Scottish Drumming eine eher schwierige Disziplin ist, reicht der eigentliche Unterricht nicht aus. Tägliches Üben der Rudiments von circa 30-60 Minuten ist erforderlich, wenn man in angemessener Zeit das Scottish Drumming erlernen möchte. Nur mit viel Fleiß und Ausdauer kommt man zum Ziel.



Die schottische Snare
Die schottische Snaredrum ist die am härtesten gespannte Trommel der Welt. Ein Schlag auf das Fell klingt wie ein Pistolenschuss. Durch die besondere Beschaffenheit der Spannreifen ist es möglich, eine solch hohe Spannung des Trommelfells zu erreichen. Das Fell einer Snaredrum besteht aus einem Kevlar-Gewebe, das extrem reißfest ist und hohe Belastungen aushält.
Im Gegensatz zu den "normalen" Marschtrommeln hat eine Side Drum zwei Snare-Teppiche (Double-Snare). Dies alles macht den charakteristischen Sound einer schottischen Trommel aus, von dem alle Drummer immer wieder fasziniert sind.
Die Drum Sticks sind massiver und besser ausgewogen als die, die wir sonst kennen und haben einen deutlich größeren Kopf. Anfangs kann man auch mit "normalen" Drum Sticks üben.

Die Drum Sticks
Jedes Pärchen Drumstix sollte ausgewogen sein. Auf jeden Fall sollte man darauf achten, dass die Sticks nahezu das gleiche Gewicht haben. Abweichungen sind aufgrund des Naturwerkstoffes Holz nicht zu vermeiden, aber durch gezieltes Wiegen und Aussortieren seitens der Hersteller (hier gibts aber auch teils erhebliche Unterschiede; einige scheinen es nicht so genau zu nehmen...) können die Gewichtsunterschiede auf ein paar Milligramm (ja, Milligramm!!! Kaum zu glauben, aber macht sich durchaus bemerkbar!) reduziert werden.
Die Auswahl der Sticks erfolgt nach persönlichen Vorlieben. Jeder Drummer bevorzugt hier ein anderes Merkmal. Die einen mögen lieber dicke Sticks, die andern eher dünne, wieder andere schwören auf ne leichte Kopflastigkeit, usw. Ist wie bei Unterhosen: Manche bevorzugen das klassiche Modell Feinripp mit Eingriff, andere eher Boxershorts, wieder andere tragen nur Tangas...
Die verschiedenen Arten von Sticks werden auch in ebenso verschiedenen Musikstilen verwendet. Mit kurzen Sticks kann man diverse Figuren schneller spielen als mit einem extralangen und schweren Heavy-Metal-Modell. Dies beruht auf dem rein physikalischen Masseträgheitsprinzip. Andersrum würde ein leichter und dünner 7A Stick bei diversen Hardrock- oder Metal-Drummern keine Minute aushalten, da in diesem Genre eher massive Becken und dementsprechende Spielweisen verbreitet sind.
Doch zurück zum schottischen Side-Drumming: Auch bei den als Pipe-Band-Sticks bezeichneten Modellen gibt es große Unterschiede von Hersteller zu Hersteller. Aber eines haben alle gemeinsam: einen relativ großen Kopf.
Warum das so ist? Keine Ahnung, aber ne Vermutung.


Für fachliche Unterstützung geht mein Dank an die Snaredrummer Detlef Schonlau und Marius Schlegel!