13. Die lasterhafte Nonne auf der Sandgrube
Weit bekannt und berühmt war einst das Wittichertal wegen seines Reichtums an
edlem Silber und Kobalt, nicht minder bekannt aber auch das Nonnenkloster,
welches mit seinen mächtigen Bauten sich von Bergwand zu Bergwand quer durchs
Tal spannte.
Mitte des 16. Jahrhunderts ließen unter den zum Teil sehr weltlich gesinnten Klosterfrauen Zucht und Ordnung sehr zu wünschen übrig. Selbst die Oberin befliss sich eines Lebenswandels, der keineswegs der strengen Klosterordnung entsprach. Der Volksmund erzählt heute noch, dass zur Strafe für ihr lasterhaftes Leben eine solche Nonnen "ging". Oben an der Sandgrube, wo der Weg hinunter nach Kaltbrunn führt, ist die geisternde Nonnen in früheren Jahren manchem Wanderer begegnet und hat ihn stillschweigend ein Stück des Weges begleitet. An einer bestimmten Stelle verschwand sie alsdann wieder.
Ihr Sühnezeit ist längst um, und still und einsam sind die Höhenwegen an der Sandgrube wieder geworden.