5. Der Wustlegeist

Östlich von Schenkenzell öffnet sich ein kurzes, steiles Waldtal, der Grubersgrund, in dessen oberem Teil der Wustlegeist, der Volksmund nennt ihn kurz "dīr Wustele", seinen Umgang hat. Bald macht er sich nachts auf Matten und Feldern unliebsam bemerkbar, bald ist er auf dem Kegelriss, bald im Schornwald anzutreffen, überall gefürchtet und gemieden.
Warum er eigentlich geistert, lässt sich nicht genau bestimmen. Aber er muss in seinem Erdenleben ein grober und ungeschlachter Geselle gewesen sein. Händel und Raufen bildeten seinen Lebensinhalt, und als Geist möchte er noch ähnlichen Wandel führen, weshalb er auch den Namen Wustele trägt. Mit Poltern Spektakeln und Stockhieben treibt er die Leute, die in seinen Bann geraten, das Tälchen hinaus, oder er führt sie im Walde so kreuz und quer, dass sie in selbiger Nacht nimmer nach Hause ihren Weg finden. Deshalb meiden die Bauersleute, welche die Gebaren dieses Nachtschrecks zur Genüge kennen, gerne die Gegend seines mitternächtigen Umganges.