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Eingriffliger Weißdorn - Crataegus
monogyna
Zweigriffliger Weißdorn - Crataegus laevigata
Rosengewächse - Rosaceae
Die
volkstümlichen Namen bei uns sind Hagedorn, Mehlbeere, Heckendorn und Zaundorn.
Der botanische Name kommt aus dem Griechischen: "krato" bedeutet Kraft, "oxys"
spitz und "akantha" Dorn. Der Standort des Weißdorns sind lichte Gebüsche und
Feldhecken, wo er bis zu acht Meter hoch werden kann.
Oft wird er als Rohbodenfestiger entlang von Straßen gepflanzt, eignet sich aber
auch als Zierstrauch, wo er als rotblühende, gefüllte Zuchtsorte angepflanzt
wird. Sehr gern wächst der Weißdorn auf Kalkböden, die am besten tiefgründig
sein sollten. Seine Doldenrispen mit ein- bzw. zweigriffligen Blüten stehen auf
dem dreijährigen oder älteren Holz. jeder Imker hat schon in der
Zeit von Mai bis Juni den leicht ranzigen Duft des blühenden Weißdorn gerochen.
Die typische weiße Rosenblüte mit den fünf Blütenblättern bringt viel Nektar und
dunklen Blütenstaub. Entsprechend gut ist der Besuch durch die Bienen. Der
Weißdorn ist ein Rosengewächs mit sehr hartem und zähem Holz. Er hat richtige
Dornen, die sich ähnlich wie beim Schwarzdorn, der Schlehe, aus Seitentrieben
bilden, also Dornen, die direkt aus dem Holz herauswachsen. Dagegen haben unsere
Gartenrosen eigentlich nur Stachel, die in der Rinde entstehen.
Beim eingriffligen Weißdorn sind die Blätter tief geteilt, die Blüten sitzen auf
behaarten Stielen und die rötlichen Früchte enthalten jeweils einen Steinkern.
Beim zweigriffligen Weißdorn sind die Blätter in der vorderen Hälfte drei- bis
fünflappig, die Blütenstiele kahl und es gibt zwei Steine je Frucht. Die Früchte
sind zwar essbar, schmecken aber nicht gut. Zwischen beiden Arten gibt es
Bastarde. Sehr beliebt ist der Weißdorn bei den Singvögeln, die in dem sperrigen
Gezweig gern ihre Nester bauen. Und wenn wir in der Zeit Mai bis Juni Blüten und
Blätter ernten, können wir die Zweige einfach abschneiden und unter dem Strauch
auf einen Haufen schichten. So schaffen wir Nistplätze für Vogelarten, die
lieber am Boden brüten. Denn für die Vögel etwas tun ist praktischer
Umweltschutz. Immerhin braucht ein Vogelpaar
für
sich und die Brut etwa 35 kg Nahrung, davon sind im Schnitt 25 kg Schädlinge.
Rotschwänzchen und Rotkehlchen sind am nützlichsten, der Sperling ist nicht ganz
so fleißig. Blüten und Blätter vom Weißdorn geerntet in der Blütezeit können
frisch oder getrocknet für einen blutdrucksenkenden Tee verwendet werden, der
einen schwach bitteren Geschmack hat. Die im September reifen Früchte, werden
meist zu Tinktur verarbeitet. Weißdorn erweitert die Herzkranzgefäße, die beste
Arznei aus der Natur für das Altersherz!
Und noch etwas: In der Blütezeit finden unsere Bienen jeden noch so kleinen
Weißdornstrauch, doch wie oft gehen wir achtlos an den auch für uns so
wertvollen Büschen vorbei!
Text:
Friedrich Schmidtke
Gärtnermeister
Schiltach
Veröffentlicht in: Allgemeine Deutsche Imkerzeitung (ADIZ), 30. Jahrgang, 1996,
Heft 6, Seite 30