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Schwarzer Holunder, Sambucus nigra
Traubenholunder, Sambucus racemosa
Attich, Sambucus ebulus
Geißblattgewächse, Caprifoliaceae
Überall
steht Holunder
Mitten im Sommer, Juni bis Juli, blühen die Holunder und die fallen daher gar
nicht mehr so auf. Doch jeder kennt den erfrischenden Duft unter so einem
blühenden Strauch, die Bienen und viele andere Insekten auch.
Alle drei Holunderarten mögen einen feuchten und nicht so warmen Platz. An jeder
alten Mühle, an jedem Bauernhof steht einer von der Ebene bis 1500 Meter über
dem Meer, weil da schon immer Blüten und Früchte geerntet wurden. Früher glaubte
man auch, dass Holunder vor bösem Zauber schützt. Durch die späte Blütezeit
erfriert Holunder nie und durch den kühlen Standort ist der Nektar auch in der
trockensten Mittagshitze leicht zu holen.
Der Schwarze Holunder trägt auch andere Namen wie z.B. "Eiderbaum", "Holler",
"Schwarzholder" und viele andere. Er wächst meist als Strauch, kann aber auch
zum Baum hochgezogen werden. Die Früchte enthalten Rutin, ätherisches Öl,
Schleim, Harz, Zucker, Cholin und viel Farbstoff. Unreife Früchte, die Blätter
und die Rinde sind leicht giftig. Seit Jahren gibt es den Schwarzen Holunder der
Sorte Haschberg mit großen Früchten, veredelt auf einem Halbstamm, in der
Blütezeit eine Zierde im Hausgarten und im Herbst eine volle und bequeme Ernte.
Der Traubenholunder mit seinen rotfruchtigen Trugdolden steht oft als Unterholz
im Laubwald und auf Kahlschlägen. Einige Menschen reagieren allergisch beim
Berühren der Blätter, doch die roten ungenießbaren Früchte sind das
Lieblingsfutter der seltenen Mönchsgrasmücke. Den Attich mit den rötlichen
Blüten finden wir auf feuchten Kalkböden an Flussufern. Er wächst als Staude
jedes Jahr 0,5 bis 2 Meter hoch und hat ein widerlich riechendes Laub. Die
anderen Pflanzenteile sind bitter herb. Die Früchte schmecken süß-sauer und sind
im frischen Zustand giftig.
Alle
drei Holunderarten haben ein markiges Holz. Jeden Baum muss man auch einmal
verjüngen. In einem extrem kalten Winter könnte bei einem zurück geschnittenen
Zweig das Mark erfrieren , genau wie bei den Rosen. Also wird erst im Frühjahr
verjüngt, zu altes und schwaches Fruchtholz entfernt.
In der Volksmedizin und in der Küche wird Schwarzer Holunder viel verwendet. Mit
den Blüten können wir zusammen mit Lindenblüten einen wohlschmeckenden
schweißtreibenden Tee bereiten, eine Hilfe bei Erkältungen. Die Früchte wirken
leicht abführend und reinigend auf den Darm. Schon die Blüte können wir ernten
und in die Holderküchle einbacken.
Wer kennt noch das Rezept für den Holdersprudel?

1 Pfund Zucker wird in 10 Liter Wasser gerührt. 3 Esslöffel Essig und 3 in
Stücke geschnittene unbehandelte Zitronen bringen das Zuckerwasser zusammen mit
5 bis 7 Holunderblüten zur Gärung . Je nach Temperatur 5 bis 7 Tage stehen
lassen, dann durch ein Tuch in verschließbare Flaschen seihen. Zwei Tage später
ist ein sektähnliches, fast alkoholfreies Getränk fertig. Lange haltbar ist
dieser spritzige Sprudel leider nicht. Lässt man ihn zu lange angären, zerreißt
er alle Flaschen. Die Beeren des Schwarzen Holunders können dampfentsaftet
werden und verdünnt getrunken wirken sie fiebersenkend.
Noch ein Tipp für zu Hause:
nehmen Sie einmal einen Strauss blühenden Holunder in Ihre Wohnung mit. Der
duftet noch, auch wenn der Holunderstrauß schon lange wieder abgeräumt ist.
Fotos: Text:
Mit freundlicher Genehmigung von: www.botanikus.de
Friedrich Schmidtke
Gärtnermeister
Schiltach