12 Faulbaum
Rhamnus (frangulae) alnus
Kreuzdorngewächse Rhamnazeae
Ein
nützlicher Strauch!
Der Wald ist nicht nur eine Wirtschaftsfläche zur Holzerzeugung. Er soll eine
Vielfalt sein von Bäumen, Sträuchern, Stauden, einjährigen Pflanzen, Moosen,
Pilzen und vielen Lebewesen, die oft nur in Symbiose miteinander leben können.
Ein nützlicher Strauch im Wald ist der Faulbaum. Der Name kommt von dem fauligen
Geruch des Holzes und der Rinde. Das Wort "frangula" im botanischen Namen (lat.:
frangare = brechen) beschreibt die Brüchigkeit der Zweige. Er liebt saure,
feuchte Böden an halbschattigen Orten und wird 3 - 7 Meter hoch. Sein
Wasserbedarf ist sehr hoch. Die grauschwarze Rinde hat viele helle Lentizellen,
die als Lüftungsgewebe dienen. Die ovalen Blätter sind ganzrandig und haben gut
sichtbare Seitennerven, die Oberseite glänzt. Die grünlich-weißen Blüten sind
zwittrig und stehen einzeln und als Trugdolde in den Blattachseln der
mehrjährigen Zweige. Die Blütezeit ist Mai bis Juni und dauert über einige
Wochen.
Das Nektarangebot ist sehr gut, entsprechend gut ist auch der Besuch durch die
Bienen. Die Frucht ist erst grün, dann rot. Zur Zeit der Reife von Juli bis
September ist sie eine schwarze Steinfrucht. Sie wird gerne von den Singvögeln
verzehrt und
die Samenkörner werden wieder ausgeschieden.
Als Arznei wird die Rinde verwendet. In ihr sind Glykoside, Gerbstoffe und
Bitterstoffe die stark abführend wirken.
Die Rinde wird dazu geschält, getrocknet, gemahlen und zur Fermentation über ein
Jahr gelagert. Muss einmal ein alter Faulbaum umgesägt werden, kommt er sofort
wieder mit vielen Stockaustrieben.
Ein alter Name des Faulbaumes ist "Pulverholz". Die aschenarme Holzkohle vom
Faulbaum wurde zur Herstellung von Schwarzpulver verwendet.
Fotos: Text:
Mit freundlicher Genehmigung von: www.botanikus.de
Friedrich Schmidtke
Gärtnermeister
Schiltach