11 Hainbuche
Carpinus betulus
Haselnussgewächse, Corylaceae

Mit der Hainbuche wurde eine Pflanze zum "Baum des Jahres 1996" gewählt, die im Trachtwert für die Bienen keinen hohen Stellenwert einnimmt. Die Blüten werden nur selten beflogen und trotz der ansehnlichen Läusefauna, die sie manchmal mit der verwandten Haselnuss teilt, fällt für die Bienen nur sehr selten etwas ab (wohl aber für die Ameisen). Dennoch ist die Hainbuche interessant genug, hier von Gärtnermeister Friedrich Schmidtke vorgestellt zu werden.

Die Hainbuche ist ein stattlicher Baum im lichten Hochwald mit ihrer glatten grauen Rinde und den jungen zottigen Zweigen. Er wird bis 30 Meter hoch. Die Hainbuche ist einhäusig. Die männlichen Kätzchen haben eiförmige Schuppen, die weiblichen sind locker. Die Blütezeit ist April bis Mai, die Blüten erscheinen mit dem Laub. Die Nusshülse ist gekrönt, einfächerig, hart. Der Samen wird meist durch Wind verbreitet.

Die Hainbuche gedeiht am besten in der Ebene und ist dort mit anderen Laubholzarten untermischt. In lehmigen Böden wächst sie auch gut in Hanglagen.

Das Holz ist ein ausgezeichnetes Werkholz. Es wurde früher für Räder und Schrauben verwendet, auch heute noch für dauerhafte Stiele für Äxte, Hacken, Rechen. Dauerhaft wird oft mit dem Wort "hagebüchen" ausgedrückt. Das Holz hat einen hohen Heizwert. Besonders beliebt ist es als Holzkohle zum Grillen, und es liefert auch viel Pottasche zur Herstellung von Glas und Seifen. Rinde, Blätter und Zweige besitzen einigen Gerbstoff. Die innere Rinde wurde früher zum Gelbfärben verwendet.

Oft stehen in der Landschaft große alte Hainbuchen als Feldbäume, jeder Baum ein Naturdenkmal! Der Zweck dieser Bäume ist, den Wind abzubremsen und damit die Winderosion auf den Äckern zu verhindern. Der Wirbel, der hinter dem Baum entsteht kann bis zu acht mal so hoch sein wie der Baum selbst.

Interessant ist auch der Unterwuchs. Da finden wir viele Stauden, vom Bingelkraut bis zum Leberblümchen und auch Orchideen die mit dem Laubfall der Buchen im Herbst den idealen Winterschutz bekommen.
Gern werden die Hainbuchen in Hausgärten und Parks als Hecken gepflanzt. Die Blätter an den jungen Trieben sind zweizeilig angeordnet. Wenn man die jungen Sträucher richtig einpflanzt, verwachsen die nach zwei Seiten gehenden Seitentriebe schnell zu einer dichten Hecke. Sofort nach dem Einpflanzen wird die Hecke um ein Viertel gekürzt. Das ist die beste Anwachsgarantie.

Zum Schnitt empfehle ich die Zeit Ende Juni und einen zweiten Schnitt Ende August. So ist es möglich, eine dichte Hecke zu erhalten, 2 Meter hoch, unten 30 cm und oben 20 cm Durchmesser, vom Boden aus gut zu schneiden und im Winter ein beliebter Sitz unserer Singvögel.

Ein vielseitiger Baum, die Hainbuche!
 


Text:
Friedrich Schmidtke
Gärtnermeister
Schiltach