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Pfefferminze
Mentha piperta
Lippenblütengewächsel, Labiatae
Pfefferminztee
hat jeder schon getrunken und die erfrischende Wirkung genossen: erst scharf
brennend, dann angenehm kühlend. Schon in Zeiten "Karls des Großen" waren in
Europa drei Minzearten bekannt. Die heute bei uns gebräuchlichste aromatische
"Echte Pfefferminze" ist ein Bastard aus den in der Natur vorkommenden Arten
Mentha aquatica und Mentha spicata. In England wurden im 17. Jahrhundert
wahrscheinlich Mentha longifolia und Mentha rotundifolia zur ebenfalls
hocharomatischen Sorte "Mitcham" gekreuzt.
Natürliche Vielfalt
In der freien Natur finden wir in unseren Breiten die Wasserminze (Mentha
aquatica) an vielen Bachläufen und stehenden Gewässern. Sie ist mehrjährig,
liebt saure, schlammige Böden und ist auf Äckern ein Nässezeiger. Ihre
ährenförmigen bläulich-lila Blüten erscheinen zwischen Juli und Oktober an der
30 bis 100 cm hohen Pflanze.
Die Rossminze (Mentha spicata) trägt auch eine kopfige Blütenähre und liebt
ebenfalls Feuchte und hohe Stickstoffgehalte, weshalb sie oft an Dorfbächen
steht. Sie bildet häufig Bastarde mit anderen Arten - das macht die Bestimmung
schwierig.
Die Ackerminze (Mentha arvensis) war früher im Hackfruchtanbau sehr verbreitet.
Bei der bis 50 cm hohen Minze sitzen die Blüten in Quirlen der Blattachseln des
vierkantigen Stängels.
Poleiminze (Mentha pulegium) und Krauseminze (Mentha spicata var. crispa) sind
fast nur in Gärten anzutreffen. Das mentholfreie ätherische Öl der Krauseminze
findet z. B. als Geschmacksstoff in Kaugummis Verwendung.
Der richtige Standort
Die "Gartenminzen" sollten ebenfalls nicht zu warm und trocken stehen, sonst
können sie rostkrank werden und der Rübenblattkäfer frisst ihre Blätter. Um zu
vermeiden, dass der Ölgehalt der Pflanze abnimmt, sollte alle zwei Jahre ihr
Standort gewechselt werden. Die Pflanzen versuchen ja selbst, mit den flachen
Stolonen (unterirdische Sproßausläufer) einen neuen Platz zu suchen.
Schneller als das Ausjäten geht die Neupflanzung auf ein mit Kompost gedüngtes
Beet. Dazu zieht man im Frühjahr Furchen im Abstand von 30 cm, legt die Stolonen
hinein, bedeckt sie mit Erde und schon im ersten Jahr erhält man zwei Ernten von
etwa 50 cm Höhe.
Zur richtigen Zeit ernten
Frisch werden die Blätter der Minzen für Salate und Soßen in der Küche
verwendet. Zur Teebereitung lassen sie sich
trocknen. Damit die Inhaltsstoffe (Menthol, Gerbstoffe, Flavonoide) hoch sind,
wird zwischen 10.30 und 12.00 Uhr (Sommerzeit) geerntet. Schneidet man größere
Mengen, kommen einem schon einmal die Tränen - dafür lässt es sich dabei gut
durchatmen. Die Blätter sollten im Schatten trocknen und erst danach zerkleinert
werden. Bekanntlich ist die Wirkung der Inhaltsstoffe appetitanregend und
krampflösend, sowie gut bei Blähungen und Magen-Darmstörungen. Als Badezusatz
oder in Form von Inhalationen lassen sich damit Katarrh und andere
Luftwegserkrankungen behandeln.
Imkerlicher Nutzen
Da die Minzen vom Sommer bis teilweise in den frühen Herbst hinein ihre Blüten
öffnen und reichhaltig Nektar und Pollen spenden, werden sie gerne und beständig
von den Bienen beflogen.
Mit wenigen Tropfen Pfefferminzöl im Sprühwasser lassen sich Bienenvölker
bestens vereinigen: die bienenbesetzten Waben werden damit besprüht, das
übertönt den jeweiligen Stockgeruch, und es kommt nicht zum gegenseitigen
Abstechen. Auch dem Reizfutter kann etwas frische Minze zur Aromaverbesserung
zugesetzt werden.
Ich bin mir sicher, dass unsere Bienen schon längst die natürlichen Bestände und
Gartenminzen ihrer Umgebung gefunden haben, ohne dass wir es ahnen.
Text:
Friedrich Schmidtke
Gärtnermeister
Schiltach