9 Beeren - eine Köstlichkeit
Rote Johannisbeere, Ribes rubrum (spicatum)
Schwarze Johannisbeere, Ribes nigrum
Stachelbeere, Ribes uva-crispa
Steinbrechgewächse, Saxifragaceae
 

Im Hausgarten sind Beerensträucher besonders für Imker - ein Muss! Wer kennt nicht diese köstlichen Früchte? Sie lassen sich frisch vom Strauch essen, der als Brotaufstrich und Kompott genießen. Aber auch im Kuchen oder Dampfentsaftet und mit Sprudel verdünnt, schmecken sie nicht nur den Kindern. Alle, die schon einmal Johannisbeerwein getrunken haben, kennen sicher seine "umwerfende" Wirkung.
Alle diese Sträucher werden fast nur von Bienen beflogen und bestäubt, und die Imker wissen, wenn die Stachelbeere blüht, können sie ihre Bienenvölker durchsehen, denn die eher unscheinbaren Blüten enthalten den ersten namhaften Nektar.

Altes Wissen in der Naturheilkunde
Wer kennt noch die Schwarze Johannisbeere unter dem Namen Gichtbeere? Alle diese Beeren haben eine "laugenhafte", daher entsäuernde Wirkung auf unseren Organismus - auch wenn sie im Mund sauer schmecken. Die Blätter enthalten Gerbstoffe und ein ätherisches Öl. Ihr Aufsud wirkt harntreibend. Reife Früchte der Schwarzen Johannisbeere liefern viel Vitamin C und steigern die Abwehrkräfte gegen Infektionen.
Die Rote Johannisbeere, ihr alte Name Krausbeere, gibt es bei uns erst seit 400 Jahren, damals wurde sie zuerst nach England gebracht. Durch eine intensive Züchtung kennen wir heute Sorten mit unterschiedlichsten Eigenschaften (Fruchtgröße, Geschmack, Blüh- und Reifezeitpunkt).

Richtiger Schnitt bringt viele Früchte
Die Beerensträucher stellen keine besonderen Ansprüche an Boden und Klima - ihnen ist jede Gartenerde recht. Auch im Grünland mit einer kleinen Baumscheibe, in die Gras eingemulcht wird, gedeihen sie gut. Oder man zieht sie an Draht als nützliche Hecke. An der Roten Johannisbeere hat man den besten Fruchtbehang am vorjährigen Holz. Zur Verjüngung werden daher die alten dicken Zweige mit der dunklen Rinde ausgesägt und dafür jedes Jahr nur die starken Jungtriebe mit der hellen Rinde nachgezogen. Zu viele Jungtriebe werden verhindert, indem man die flachliegenden Wurzeln rings um den Strauch im Radius von 40 cm mit dem Spaten absticht. Auch Stachelbeeren tragen immer am vorjährigen Holz die schönsten Beeren. Die verschiedensten Sorten gibt es auch hier, dabei sind rotfrüchtige meist süßer als gelbe Sorten. Noch grün eigenen sie sich zum Gelieren und zur Essigbereitung.

Krankheiten und Schädlinge biologisch bekämpfen
Johannisbeeren können vom Säulenrost befallen werden, wenn in der Nähe eine Weymouthskiefer als Zwischenwirt steht, dagegen hilft eine Jauche aus Wermut. Vor der Blüte kommt gern der wunderschöne Dompfaff und frisst die aufgehenden Knospen. Gegen ihn hilft eine Lösung von 60 Gramm Kochsalz und 10 Litern Wasser, mit der man die Sträucher leicht überbraust. Dem Dompfaff und seinem Lehrbuben, dem Sperling, ist damit "die Suppe versalzen", und der Pflanze schadet das nicht. Stachelbeeren werden oft vom Amerikanischen Stachelbeermehltau befallen. Daher sollte man schon im Herbst das alte Holz und die bräunlich verfärbten Triebspitzen wegschneiden. Diese Zweige müssen verbrannt werden, um die Pilzsporen zu vernichten. Im darauf folgenden Frühjahr wird die Pflanze zweimal an frostfreien Tagen mit einer Zwiebeljauche übergossen. Man erhält sie, indem man braune Zwiebelschalen mit heißem Wasser übergießt und sie fünf Tage lang ziehen lässt.
Ein letzter Tipp: Jetzt im Frühjahr ist wieder Pflanzzeit! Einmal Beerensträucher pflanzen und die Bienen und wir Menschen haben eine Ernte über Jahrzehnte.


Fotos:
Mit freundlicher Genehmigung von: www.botanikus.de

Text:
Friedrich Schmidtke
Gärtnermeister
Schiltach