Im Hausgarten sind Beerensträucher
besonders für Imker - ein Muss! Wer kennt nicht diese köstlichen Früchte? Sie
lassen sich frisch vom Strauch essen, der als Brotaufstrich und Kompott
genießen. Aber auch im Kuchen oder Dampfentsaftet und mit Sprudel verdünnt,
schmecken sie nicht nur den Kindern. Alle, die schon einmal Johannisbeerwein
getrunken haben, kennen sicher seine "umwerfende" Wirkung.
Alle diese Sträucher werden fast nur von Bienen beflogen und bestäubt, und die
Imker wissen, wenn die Stachelbeere blüht, können sie ihre Bienenvölker
durchsehen, denn die eher unscheinbaren Blüten enthalten den ersten namhaften
Nektar.
Altes Wissen in der Naturheilkunde
Wer
kennt noch die Schwarze Johannisbeere unter dem Namen Gichtbeere? Alle diese
Beeren haben eine "laugenhafte", daher entsäuernde Wirkung auf unseren
Organismus - auch wenn sie im Mund sauer schmecken. Die Blätter enthalten
Gerbstoffe und ein ätherisches Öl. Ihr Aufsud wirkt harntreibend. Reife Früchte
der Schwarzen Johannisbeere liefern viel Vitamin C und steigern die Abwehrkräfte
gegen Infektionen.
Die Rote Johannisbeere, ihr alte Name Krausbeere, gibt es bei uns erst seit 400
Jahren, damals wurde sie zuerst nach England gebracht. Durch eine intensive
Züchtung kennen wir heute Sorten mit unterschiedlichsten Eigenschaften
(Fruchtgröße, Geschmack, Blüh- und Reifezeitpunkt).
Richtiger Schnitt bringt viele Früchte
Die Beerensträucher stellen keine besonderen Ansprüche an Boden und Klima -
ihnen ist jede Gartenerde recht. Auch im Grünland mit einer kleinen Baumscheibe,
in die Gras eingemulcht wird, gedeihen sie gut. Oder man zieht sie an Draht als
nützliche Hecke. An der Roten Johannisbeere hat man den besten Fruchtbehang am
vorjährigen Holz. Zur Verjüngung werden daher die alten dicken Zweige mit der
dunklen Rinde ausgesägt und dafür jedes Jahr nur die starken Jungtriebe mit
der hellen Rinde nachgezogen. Zu viele Jungtriebe werden verhindert, indem man
die flachliegenden Wurzeln rings um den Strauch im Radius von 40 cm mit dem
Spaten absticht. Auch Stachelbeeren tragen immer am vorjährigen Holz die
schönsten Beeren. Die verschiedensten Sorten gibt es auch hier, dabei sind
rotfrüchtige meist süßer als gelbe Sorten. Noch grün eigenen sie sich zum
Gelieren und zur Essigbereitung.
Krankheiten und Schädlinge biologisch bekämpfen
Johannisbeeren können vom Säulenrost befallen werden, wenn in der Nähe eine
Weymouthskiefer als Zwischenwirt steht, dagegen hilft eine Jauche aus Wermut.
Vor der Blüte kommt gern der wunderschöne Dompfaff und frisst die aufgehenden
Knospen. Gegen ihn hilft eine Lösung von 60 Gramm Kochsalz und 10 Litern Wasser,
mit der man die Sträucher leicht
überbraust.
Dem Dompfaff und seinem Lehrbuben, dem Sperling, ist damit "die Suppe
versalzen", und der Pflanze schadet das nicht. Stachelbeeren werden oft vom
Amerikanischen Stachelbeermehltau befallen. Daher sollte man schon im Herbst das
alte Holz und die bräunlich verfärbten Triebspitzen wegschneiden. Diese Zweige
müssen verbrannt werden, um die Pilzsporen zu vernichten. Im darauf folgenden
Frühjahr wird die Pflanze zweimal an frostfreien Tagen mit einer Zwiebeljauche
übergossen. Man erhält sie, indem man braune Zwiebelschalen mit heißem Wasser
übergießt und sie fünf Tage lang ziehen lässt.
Ein letzter Tipp: Jetzt im Frühjahr ist wieder Pflanzzeit! Einmal
Beerensträucher pflanzen und die Bienen und wir Menschen haben eine Ernte über
Jahrzehnte.
Fotos: Text:
Mit freundlicher Genehmigung von: www.botanikus.de
Friedrich Schmidtke
Gärtnermeister
Schiltach