In
vielen Gärten sieht man verwildert die aus dem Mittelmeergebiet stammende
Ringelblume mit ihren goldgelb leuchtenden Blüten über den ganzen Sommer. Ein
Schmuck für jeden Garten und von den Blüten über den ganzen Sommer. Ein Schmuck
für jeden Garten und von den Bienen gern besucht, denn sie hat viel Nektar und
viel goldgelben Blütenstaub. Auf Äckern verwildert finden wir manchmal noch die
Calendula arvensis mit nur einer Reihe Zungenblüten. Die Kultur der Ringelblume
ist einfach: Aussaat ab April ins Saatbeet. Sie keimt nach ein bis zwei Wochen
und wird, kräftig genug, nach fünf bis sechs Wochen an den gewünschten Platz
gesetzt. Bei größeren Flächen ist die Reihensaat angebracht, es geht schneller.
Meist wird die Ringelblume einjährig kultiviert, aber in milden Wintern wie in
den letzen Jahren kommen Jung-Pflanzen ganz gut durch.
Ansprüche an den Boden hat sie kaum. Ich dünge sie nur mit Komposterde, da
bleibt sie aufrecht stehen, dagegen mit Stallmist gedüngt verliert sie die
Standfestigkeit. Ringelblume eignet sich gut als Mischkultur. In Bauerngärten
sehe ich oft wuchernde Staudenrabatten mit verwilderten Ringelblumen dazwischen.
Wo Ringelblumen stehen, sind keine Fadenwürmer im Boden, und alle andern
Pflanzen sind wüchsiger. Als solche Mischkultur eignen sich auch Tagetes und
Gelbsenf.
Ringelblumen sollte man unbedingt zwischen alle Kohlpflanzen setzen, und wenn
sie groß werden, umhacken und als Mulch dazwischen liegen lassen.
Geerntet werden in der Hauptsache die Blüten. Sie enthalten ätherische Öle,
Flavonoide, Saponine und Bitterstoffe. Die Erntezeit ist vom Vormittag bis
mittags zwischendrei und vier Uhr, da schließt sich die Blüte als Vorbereitung
für den nächsten Tag.
Die Blüten werden getrocknet bei Temperatur um 35 Grad Celsius. Im Blütenboden
ist ein weißes schwammiges Gewebe, das nur unter starker Bewindung getrocknet
werden kann, die Blüten könnten sonst schimmeln.
Sinnvoll ist es, die Zungenblüten abzuzupfen, sie lassen sich gut trocknen und
werden verarbeitet in viele Wundsalben und für Bäder. Die Blüten wirken durch
ihre Bitterstoffe als Tee sehr gut bei Leber- und Gallenleiden.
Der alte Spruch stimmt: Was bitter im Mund, ist für Magen und Leber gesund! -
Und appetitanregend, zum Schmuck des Gartens, für Ihre eigene Gesundheit und zur
Gesunderhaltung Ihres Bodens.
Text:
Friedrich Schmidtke
Gärtnermeister
Schiltach
Veröffentlicht in: Allgemeine Deutsche Imkerzeitung (ADIZ), 28. Jahrgang, 1994,
Heft 9, Seite 28