5 Efeu
Efeugewächse Araliaceae
Zu
dieser Pflanzenfamilie gehört in unseren Breiten nur eine Pflanzenart, der Efeu.
Der Name Hedera bedeutet Sitz und helissein heißt winden. Efeu ist eine der
letzten Pflanzen im Jahr, die für die Bienen nützlich sind. Die im September bis
Oktober aufgehenden Blüten bringen eine Menge Blütenstaub und Nektar auf
halbkugeligen Trauben. Nun hat der Efeu zwei Wachstumsformen. Im Jugendstadium
hat er bis fünfeckig gelappte Blätter und kriecht am Boden, deshalb wird er auch
gerne zur Flächenbegrünung genutzt. Dabei unterdrückt er alles Unkraut. Hat er
die Möglichkeit zum Klettern, macht er das mit zahlreichen Haftwurzeln und kommt
nach wenigen Jahren in die Altersform mit den ei?rautenförmigen Blättern. Dieses
Wachstum verändert sich nicht mehr, und der Efeu blüht dort jedes Jahr. Viele
Gartenliebhaber vermehren diese Altersform des Efeus durch Stecklinge (wie
Geranien) und haben dann einen hübschen Strauch im Garten, der keine Ansprüche
stellt und jedes Jahr blüht. Die fast schwarzen Beeren werden erst im Frühjahr
reif und sind giftig. Solche Arzneipflanzen gehören nur in die Hand von Ärzten
und Apothekern.
Ein Aufguß der frischen Blätter hilft ganz gut bei Hornhaut, Schwielen und
Warzen als Bad.
In unseren Wäldern finden wir meist den Hedera helix arborescens verwildert. Er
mag zum Klettern besonders Erlen,
Weiden und Walnuß, wächst aber auch gut an Felsen und in alten Steinbrüchen, und
da müssen wir den Efeu schützen.
An Ruinen sollte man den Efeu nicht klettern lassen, er zersetzt den Kalkmörtel
zwischen den Steinen und
zerstört, was uns aus der
Geschichte erhalten ist.
Efeu finden wir auch oft in den südlichen Ländern als Bewuchs einer Pergola, wo
er nicht nur Schatten gibt, sondern auch eine wohltuende Kühle ausstrahlt. Als
Zierpflanzen sind viele Efeusorten erhältlich, einige sind nur für die Wohnung.
Viele Sorten sind winterfest, mit weißbunten oder gelbbunten Blättern in allen
möglichen Blattformen.
Bei einigen Arten färben sich die Blätter in Braun bis Rotbraun durch eine
Einlagerung des Farbstoffes Anthocyan und sehen auch so hübsch aus im Garten.
Imker interessiert vor allem der auf Bäumen und an Felsen verwilderte Efeu in
der Altersform. Schützen wir doch einfach diese Standorte, lassen wir den Efeu,
wo er sich seinen Platz gesucht hat!
Fotos: Text:
Mit freundlicher Genehmigung von: www.botanikus.de
Friedrich Schmidtke
Gärtnermeister
77761 Schiltach
Veröffentlicht in: Allgemeine Deutsche Imkerzeitung (ADIZ), 28. Jahrgang, 1994,
Heft 12, Seite 31