4 Salbei
Salvia officinalis
Lippenblütler Lamiaceae
 

An trockenen Böschungen , auf ungedüngtem kalkhaltigem Boden finden wir oft der Wiesensalbei Salvia pratensis, der wie alle Lippenblütler ein gutes Angebot an Nektar bringt. Er blüht je nach Höhenlage in der Zeit vom Mai bis August Dieser Salbei sät sich immer wieder ohne unser Zutun aus , wenn wir diese Standorte nach der Samenreife mähen.

In vielen Nutzgärten ist der echte Salbei Saivia officinalis, von altersher als Heil- und Gewürzpflanze bekannt. Er stammt wie viele Pflanzen bei uns aus dem Mittelmeergebiet und braucht einen sonnigen Standort. Da entwickelt er sich zu einem winterharten Strauch und wird mit den Blüten bis 80 cm hoch. Aus Jugoslawien kommt eine schmalblättrige Art , aus Griechenland eine Art mit breiteren zäheren blättern. Samen davon bekommt man in jedem Samengeschäft.

Der echte Salbei blüht Juni bis August blauviolett und, wird täglich von den Bienen besucht . Nach der Gezeit schneidet man die Blütentriebe ganz unten ab , dann entwickeln sich die Blätter besser zum nächsten Jahr. Salbei ist wintergrün und braucht keinen Frostschutz. Deshalb brauchen wir die Blätter nicht zum Trocknen ernten wir können sie im Winter auch unter dem Schnee heraus frisch holen.
In diesen Blättern sind ätherische Öle, Gerbstoffe, Bitterstoffe und Harz. Oft wird Salbeitee zum Gurgeln genommen und zu Spülungen im Hals, im Mund, am Zahnfleisch. Als Tee hat er auch eine gute Wirkung bei Durchfall und Darmkatarrh.

Setzt man einem Tee wenige Salbeiblätter zu, wirkt er schweißhemmend. Das erreiche ich auch , wenn ich bei heißem Wetter wenige Blätter esse, auch wenn es am Anfang etwas bitter schmeckt . Die Haut ist dann optimal feucht zur besten Kühlung.
Als Gewürz müssen Salbeiblätter zu allen fetten Speisen, das bekannteste Rezept ist Aal mit Salbei. Bei dieser Menge Fett wirkt er durch die Bitterstoffe galletreibend. Ein leicht verdauliches Essen bei heißem Wetter sind in leicht salzigen Pfefferteig eingebackene Salbeiblätter. Also: Salbei ist gut für die Bienen und für die Menschen.


Text von:
Friedrich Schmidtke
Gärtnermeister
Schiltach

Veröffentlicht in:
Allgemeine Deutsche Imkerzeitung (ADIZ), 28. Jahrgang, 1994, Heft 8, Seite 30