1 Königskerze
Verbascum thapsiforme
Braunwurzgewächse
Scrophulariaceae
Im Volksmund ist die Königskerze besser
bekannt unter dem Namen Wollblume, sie ist über die ganze Pflanze bis zu den
Blüten hin wollig filzig behaart. Man findet sie viel an trockenen Stellen, oft
am Bahndamm. Dort ist der Bahnkörper salzhaltig durch die Unkrautmittel, und die
Königskerze braucht einen etwas salzhaltigen Boden, genau wie der Sellerie im
Gemüsegarten, der auch mit wenig Salz gedüngt werden sollte, um das beste Aroma
zu erhalten. Die schönste und größte Königskerze ist die Verbascum thapsiforme,
sie bringt Blüten von drei bis vier Zentimetern Durchmesser, wichtig für die
Bienen ist aber auch die kleinblütige
Verbascum thapsus.
Im ersten Jahr bildet sie über
einer starken Pfahlwurzel eine große Rosette, überwintert gut ohne Abdeckung und
wächst im zweiten Jahr bis zu einer Höhe von drei Metern, blüht von Juni bis
September täglich mit neuen Blüten, die in den frühen Morgenstundenaufgehen.
Werden die Blüten vor Sonnenaufgang abgeerntet, bleiben sie beim Trocknen schön
gelb, im Lauf des Vormittags geerntet werden sie ockergelb.
Text von:
Friedrich Schmidtke
Gärtnermeister
Schiltach
Veröffentlicht in:
Allgemeine Deutsche Imkerzeitung (ADIZ), 28. Jahrgang, 1994, Heft 8, Seite 30